A K T U E L L   –    N E W S

_________________________________________________________________________

20.10.2016 – Bayern 2, NACHTSTUDIO:

Milo Rau: Wer sieht uns, wenn wir leiden?
Theater und Wirklichkeit

Radio-Sendung: Donnerstag, 15.06.2017, 22:05 bis 23:00 Uhr

Milo Raus Ausführungen basieren auf der 3. Vorlesung im Rahmen der 6. Saarbrücker Poetikdozentur für DRamatik, die Milo Rau am 29.05.2017 im Saarländischen Künstlerhaus öffentlich gehalten hat.

_________________________________________________________________________

 6. POETIKDOZENTUR FÜR DRAMATIK – 18.11.2016

M I L O   R A U

Milo Rau IIPM / Copyright: Daniel Seiffert

Milo Rau IIPM / Copyright: Daniel Seiffert

Milo Rau mit sechster Saarbrücker Poetikdozentur für Dramatik ausgezeichnet!

Der Schweizer Film- und Theatermacher, Autor und Aktivist Milo Rau übernimmt nach Rimini Protokoll, Roland Schimmelpfennig, Kathrin Röggla, Albert Ostermaier und Falk Richter die sechste Saarbrücker Poetikdozentur für Dramatik der Universität des Saarlandes.
Die Vorträge, die Milo Rau in diesem Rahmen hält, sind öffentlich und finden an drei Montagabenden im Mai 2017 statt. Veranstaltungsorte sind am 15.05. das Saarländische Staatstheater, am 22.05. Saal 4 im VHS-Zentrum Saarbrücken und am 29.05. die Saarbrücker Stadtgalerie (je 20 Uhr, Eintritt frei).
Die Saarbrücker Poetikodzentur für Dramatik wir von der Germanistik der Universität des Saarlandes zusammen mit dem Saarländischen Staatstheater, der Stadt Saarbrücken und der VHS/Regionalverband Saarbrücken veranstaltet.

1977 in Bern geboren, arbeitete Rau nach dem Studium der Soziologie – u. a. bei Pierre Bourdieu – zunächst als Journalist. Seit 2003 ist er freier Regisseur und Bühnenautor und gehört zu den international einflussreichsten politischen Theatermachern der Gegenwart. Mit größter Konsequenz spürt Rau in seinen Arbeiten dem „weitumspannenden Innenraum des Kapitals, seinen Alpträumen und Hoffnungen, seinen Unter- und Gegenwelten“ nach. Im Rahmen seines Konzepts eines „globalen Realismus“ ist er einer der schärfsten Kritiker Europas: der Inhumanität der für Krisen und Elend verantwortlichen globalen Wirtschaftspolitik Europas einerseits wie der humanistischen und zivilisatorischen Selbstverklärung der Europäer andererseits. Raus Theaterarbeiten bestechen dabei durch das ausdauernde Bemühen, für das politische Engagement passende ästhetische Ausdrucksformen zu entwickeln, die über einen schlichten Aktivismus hinausgehen. So hat Milo Rau etwa 2013 in den „Moskauer Prozessen“ drei politische Schauprozesse zur Einschränkung der Kunstfreiheit mit den Beteiligten erneut durchgeführt und dem juristischen Streit, der im Gericht zum Theater verkommen war, im Theater neuen Raum gegeben. „Die letzten Tage der Ceauşescus“ (2009), „Hate Radio“ (2011) oder „Breiviks Erklärung“ (2012) variieren die Idee eines post-dokumentarischen „Realtheaters“ (so Alexander Kluges Bezeichnung von Raus Ästhetik) und erzeugen dabei produktive politische und ästhetische Ambivalenzen. Seine Stücke belegen zugleich, wie auch die weltweit debattierte Produktion „Das Kongo Tribunal“ (2015) oder die „Europa Trilogie“ (2014-16), wie sehr Milo Raus Theater ein Theater in Reaktion auf eine wirtschaftliche globalisierte Welt ist, in der es „nur noch einen einzigen planetaren Innenraum“ gibt und kein Leben frei von der Verantwortung für das Elend und das Sterben in der Welt. In Stücken wie „Five Easy Pieces“ (2016) oder „Mitleid“ (2016) widmet sich Rau zudem einer Analyse des Einfühlungs- und Darstellungsinstrumentariums des Theaters selbst.

Milo Rau wurde vielfach ausgezeichnet, zuletzt u.a. mit dem Schweizer Theaterpreis (2014), dem Hörspielpreis der Kriegsblinden (2015), dem Preis des Internationalen Theaterinstituts (2016) oder dem Spezialpreis des Prix de la Critique Théâtre et Danse (2016). Mit ihm ehrt die Saarbrücker Poetikdozentur für Dramatik einen der konsequentesten Denker des Theaters der Gegenwart und einen der wichtigsten Wegweiser für ein Theater, das sich intellektuell wie ästhetisch den Krisen der Gegenwart zu stellen und an der Erarbeitung von Antworten zu beteiligen sucht.

_________________________________________________________________________

20.10.2016 – Frankfurter Buchmesse: Signierstunde mit Albert Ostermaier

signierstunde-albert-ostermaier-buchmesse-frankfurt-2016

(c) Foto: Alexander Verlag Berlin

Datum: Donnerstag, 20. Oktober 2016
Uhrzeit: 11:00 Uhr
Frankfurter Buchmesse
Ludwig-Erhard-Anlage 1
60327 Frankfurt
Albert Ostermaier signiert am Messestand (Halle 4.1., Stand F 67)
»Von der Rolle oder: Über die Dramatik des Verzettelns«

_________________________________________________________________________

14.10.2016 – SOEBEN ERSCHIENEN
ALBERT OSTERMAIER:
Von der Rolle. Oder: Über die Dramatik des Verzettelns.
Saarbrücker Poetikdozentur für Dramatik.
Hg. v. Johannes Birgfeld
Berlin: Alexander Verlag 2016. 128 S.

Damit liegt nun bereits der 4. Band der
Reihe der Saarbrücker Poetikvorlesungen für Dramatik vor: 

4-buecher-4_________________________________________________________________________

25.-28.08.2016: Erlanger Poetenfest
Büchertisch:

Foto: Claude D. Conter (c)

_________________________________________________________________________

25.01.2016 – 3. Vorlesung von Falk Richter in Saarbrücken

25.01.2016 - Falk Richter während der 3. Vorlesung in der Saarbrücker Stadtgalerie

25.01.2016 – Falk Richter während der 3. Vorlesung in der Saarbrücker Stadtgalerie (c) J. Birgfeld

25.01.2016 - Die Saarbrücker Stadtgalerie ist bis auf den letzten Platz gefüllt für Falk Richters 3. Vorlesung u.a. zu "Fear"!

25.01.2016 – Die Saarbrücker Stadtgalerie ist bis auf den letzten Platz gefüllt für Falk Richters 3. Vorlesung u.a. zu „Fear“! (c) J. Birgfeld

12.01.2016 – Lesung von Falk Richter im Saarländischen Künstlerhaus

12.01.2016 - Lesung Falk Richter im Saarländischen Künstlerhaus

12.01.2016 – Lesung Falk Richter im Saarländischen Künstlerhaus (c) J. Birgfeld

12.01.2016 - Lesung Falk Richter im Saarländischen Künstlerhaus

12.01.2016 – Lesung Falk Richter im Saarländischen Künstlerhaus (c) J. Birgfeld

11.01.2016 – 2. Vorlesung von Falk Richter in Saarbrücken

11.01.2016 - 2. Vorlesung Falk Richter

11.01.2016 – 2. Vorlesung Falk Richter (c) J. Birgfeld

11.01.2016 - 2. Vorlesung: Kellertheater im Saarbrücker Schloss/VHS voll besetzt.

11.01.2016 – 2. Vorlesung: Kellertheater im Saarbrücker Schloss/VHS voll besetzt. (c) J. Birgfeld

04.01.2016 – 1. Vorlesung von Falk Richter in Saarbrücken

04.01.2016 - Auftakt zur 5. Poetikdozentur für Dramatik: Falk Richter

04.01.2016 – Auftakt zur 5. Poetikdozentur für Dramatik: Falk Richter (c) J. Birgfeld

04.01.2016 - Auftakt zur 5. Poetikdozentur für Dramatik: Die Alte Feuerwache fast bis auf den letzten Platz besetzt

04.01.2016 – Auftakt zur 5. Poetikdozentur für Dramatik: Die Alte Feuerwache fast bis auf den letzten Platz besetzt (c) J. Birgfeld

_________________________________________________________________________

 Das Programm der 5. Saarbrücker Poetikdozentur für Dramatik im Detail:

1. VORLESUNG
Mo. 04.01.2016
20 Uhr
Saarländisches Staatstheater: Alte Feuerwache

DER ANFANG – Wie entsteht ein neues Projekt von Falk Richter?  – Wie wird aus der ersten Suche im theaterkollektiven und schriftstellerischen Prozess ein Gesamtkunstwerk?
AUTOFIKTION – Autobiografie und Fiktion – Wer spricht denn da? – Figur, ich, Fiktion: Der Autor schreibt sich ein in seine Stücke und wahrt Nähe und Distanz.

2. VORLESUNG
Mo. 11.01.2016
20 Uhr
Kellertheater im Schloss/VHS

TEXT UND KÖRPER – Schreiben für Tänzer und Schauspieler (TRUST / PROTECT ME / FOR THE DISCONNECTED CHILD)
HERKUNFT UND KOMPLEXITÄT – Der Autor als Chronist neuer komplexer Lebensentwürfe und Herkunftsgeschichten – Schreiben im Kollektiv (PLAY LOUD / COMPLEXITY OF BELONGING / BIENNALE DI VENEZIA 2014/15)

LESUNG
Di. 12.01.2016
20 Uhr
Saarländisches Künstlerhaus

LESUNG FALK RICHTER

Falk Richter liest aus seinen Werken

3. VORLESUNG
Mo. 25.01.2016
20 Uhr
Saarbrücker
Stadtgalerie

ÜBERGANGSGESELLSCHAFT –  SMALL TOWN BOY und FEAR – Künstlerische Strategien gegen ein Klima der Hetze und der Angst – Schreiben für ein neues Gesellschaftsverständnis in Deutschland
DAS SYSTEM – Politisches Schreiben heute – Der Autor als Initiator für ein theaterpolitisches Labor

_________________________________________________________________________

 5. POETIKDOZENTUR FÜR DRAMATIK – 01.12.2015

F A L K    R I C H T E R 

falk2Falk Richter (Foto: (c) Esra Rotthoff )

Falk Richter mit fünfter Saarbrücker Poetikdozentur für Dramatik ausgezeichnet

Der Dramatiker, Schauspiel- und Opernregisseur Falk Richter übernimmt nach Rimini Protokoll, Roland Schimmelpfennig, Kathrin Röggla und Albert Ostermaier die fünfte Saarbrücker Poetikdozentur für Dramatik der Universität des Saarlandes mit 3 öffentlichen Vorträgen im Januar 2016!

1969 in Hamburg geboren, debütierte Falk Richter bereits 1994 als Regisseur und als Dramatiker. Seither gehört Richter zu den international erfolgreichsten und einflussreichsten deutschsprachigen Dramatikern mit Uraufführungen und Projekten in den USA, Australien, Belgien, Frankreich, Japan, Norwegen oder der Schweiz ebenso wie an den großen deutschsprachigen Theaterhäusern. Richters Arbeiten beeindrucken und berühren durch die Radikalität, mit der er in ihnen Stellung bezieht – gegen Krieg, Propaganda, mediale Manipulation, den neoliberalen Kapitalismus –, mit der er Kritik der Medien betreibt, den Schmerz der Erosion menschlicher Nähe in einer zunehmend entfremdeten Welt sichtbar macht. Seine Stücke polarisieren im besten Sinn: sie lassen nicht kalt, sie provozieren, reizen, fordern eine Stellungnahme. Dies gilt besonders auch für ihre Ästhetik: Richters Texte nutzen die neuen Medien, die sie analysieren, stellen sie aus. Und sie suchen für die Erfahrungen der Gegenwart nicht nur sprachlichen, sondern ebenso körperlichen Ausdruck im choreografischen Theater, das er vor allem in der mehrjährigen Zusammenarbeit mit der Choreografin Anouk van Dijk entwickelt hat.

Die Auszeichnung mit der fünften Saarbrücker Poetikdozentur für Dramatik ehrt mit Falk Richter einen Theatermacher, dessen Stücke rauschhaft, fordernd und anspielungsreich eine konsequente Analyse und Kritik des Lebens in der neoliberalen Wirklichkeit unternehmen. Seine Stücke nötigen den Zuschauer, Haltung zu entwickeln – ob »Gott ist ein DJ« (1999), »Nothing hurts« (1999), »Unter Eis« (2004), »Rausch« (2012) oder Richters jüngste, gerade erst uraufgeführte, heftig diskutierte Arbeit »Fear« über Deutschland als ein Land, in dem die Angst grassiert, zwischen Pegida und Flüchtlingskrise. Im Verlag Theater der Zeit erscheint heute sein neues Buch »Small Town Boy und andere Stücke«, das seine letzten fünf Stücke enthält.

Termine:

Montag, 04. Januar 2016 Eröffnungsvortrag Alte Feuerwache (Saarländisches Staatstheater)
Montag, 11. Januar 2016 2. Vortrag VHS Saarbrücken (Kellertheater im Schloss)
Dienstag, 12. Januar 2016 Lesung von Falk Richter Künstlerhaus Saarbrücken
Montag, 25. Januar 2016 3. Vortrag Saarbrücker Stadtgalerie

jeweils um 20 Uhr.

Zu den Vorträgen (60 Min., anschließend Diskussion) sind alle Interessierten herzlich eingeladen, der Eintritt ist frei. Parallel findet an der Universität des Saarlandes ein Seminar zum Werk Falk Richters statt, das ein Gespräch mit dem Autor und den Studenten einschließt.

_________________________________________________________________________

LESUNG von Kathrin Röggla: „Die falsche Frage“ – 23.10.2015, 19:30 Uhr

Literaturcafé im Literaturhaus Leipzig,
Moderation: Michael Hametner

_________________________________________________________________________

  RADIOSENDUNG „Hart und sehr selbstbewußt!“ –
SWR2 Forum, 09.10.2015, 17:05 Uhr

BESPRECHUNG von Roland Schimmelpfennig: „Ja und Nein“ – 31.08.2015

Johanna Canaris: »Aber die Texte – und die leere Bühne – bleiben.«
Roland Schimmelpfennig über das Schreiben und das Theater

auf: IASL-online
_________________________________________________________________________

BESPRECHUNG von Kathrin Röggla: „Die falsche Frage“ – 10.08.2015

Von Peter Michalzik auf Spiegel.de
_________________________________________________________________________

 BESPRECHUNG von Kathrin Röggla: „Die falsche Frage“ – 11.06.2015

Von Hannah Speicher auf literaturkritik.de
Zitat: „Kathrin Rögglas Saarbrücker Poetikvorlesung […] unter dem Titel Die falsche Frage […] leistet nichts weniger als eine grundlegende Revision der ästhetischen und politischen Lage des deutschsprachigen Gegenwartstheaters….“
_________________________________________________________________________

BOOK LAUNCH von „Rimini Protokoll Close-Up: Lektüren“

im Goethe-Institut Sydney, am 10. Juni 2015, 18-20 Uhr

Booklaunch 2Die Herausgeberinnen Ulrike Garde und Meg Mumford bei der Buchrpräsentation im Goethe-Institut in Sydney (Foto © Eugenie Greig) – Details: hier.

_________________________________________________________________________


BESPRECHUNG von Roland Schimmelpfennig: „Ja und Nein“ – Juni 2015

Von Boris Kehrmann im „Spielplan“-Monatsmagazin der TheaterGemeinde Berlin für Juli 2015, S. 49 (Juni 2015)

Zitat: „Warum dann aber überhaupt noch Theater? Weil Schimmelpfennig den Dialog zwischen realen Menschen auf der Bühne und im Zuschauerraum nicht aufgeben möchte. Darum verwischt sein Theater die Grenzen zwischen Erzählen und Spielen. Das Theater soll die selbsttätige Phantasie jedes einzelnen Zuschauers anregen.“
_________________________________________________________________________

BESPRECHUNG von Kathrin Röggla: „Die falsche Frage“ – 11.05.2015

Von Ewa Wojno-Owczarska auf Theaterforschung.de
Zitat: „….Der Band „Die falsche Frage“, ein faszinierendes Beispiel essayistischer Prosa, ist einer der persönlichsten Texte der Autorin, in dem sie die einzelnen Abschnitte in Reflexionen münden lässt, die auf eigene Erfahrungen zurückgreifen. Röggla präsentiert den Lesern ihr Verständnis von Theater in unserer Zeit….“
_________________________________________________________________________

BUCHPRÄSENTATION der Saarbrücker Poetikvorlesungen für Damatik
von Roland Schimmelpfennig „Ja und Nein“ in Havanna – 23.04.15

2015 - 04 - 23 - Schimmelpfennig Buchpräsentation Havanna(c) Theater der ZeitRoland Schimmelpfennig (2. v. l.) beim Booklaunch von „Ja und Nein“ in Havanna u.a. mit Paul Tischler (1. v. r., Theater der Zeit) – © Theater der Zeit
Weitere Details: hier. _________________________________________________________________________

BESPRECHUNG von „Die falsche Frage“ – 18.04.15

Uwe Schütte: MASCHIENERIE DER DEREALISIERUNG. Die österreichische Schriftstellerin Kathrin Röggla bestritt in Saarbrücken eine Poetikdozentur für Dramatik. Die gesellschaftskritischen Vorträge liegen nun in Buchform vor. In: Wiener Zeitung, 18./19.04.2015

_________________________________________________________________________

OUT NOW – 17.04.2015

Johannes Birgfeld / Ulrike Garde / Meg Mumford (Hg.):
Rimini Protokoll Close-Up: Lektüren

Titelbild Rimini Close-Up 2Hannover: Wehrhahn Verlag 2015, 24.80 €.

Der Band versammelt Beiträge von Theaterpraktiker und -forschern aus Australien, Belgien, Deutschland, Luxemburg und Großbritannien, sowie Gespräche mit Rimini Protokoll, einem ihrer Mitarbeiter und die Transkription einer Podiumsdiskussion zu 100% Melbourne. Im Fokus des Bandes stehen exemplarische close readings ausgewählter Produktionen aus dem breiten Werk von Rimini Protokoll. Ausgangspunkt des Bandes waren Rimini Protokolls Vorlesungen im Rahmen der Saarbrücker Poetikdozentur für Dramatik.
Inhaltsverzeichnis: hier.
Bestellung: hier.

_________________________________________________________________________

BUCHVORSTELLUNG – 26.02.2015

Kathrin Röggla:
Die falsche Frage.
Theater, Politik und die Kunst, das Fürchten nicht zu verlernen
Berlin: Theater der Zeit 2015.

Druckfassung der Vorträge der 3. Saarbrücker Poetikdozentur für Dramatik
Berlin, Buchhandlung Einar und Bert!

Kathrin Röggla im Gespräch mit Johannes BirgfeldKathrin Röggla im Gespräch mit J. Birgfeld (Hg.) (Foto © Kurt Lietzmann)Begrüßung durch Nicole Gronemeyer (Theater der Zeit) Begrüßung durch Nicole Gronemeyer (Theater der Zeit) (Foto © Kurt Lietzmann)
_________________________________________________________________________

OUT NOW – 07.02.2015

Kathrin Röggla
Die falsche Frage
Theater, Politik und die Kunst, das Fürchten nicht zu verlernen
Mit einem Nachwort hg. v. Johannes Birgfeld
Berlin: Theater der Zeit 2015. 14 Euro

Druckfassung der Vorträge der 3. Saarbrücker Poetikdozentur für Dramatik
SAMSUNG CAMERA PICTURESZusammen mit Rimini Protokoll: ABCD (Berlin 2012) und Roland Schimmelpfennig: Ja und Nein (2014) bietet das Buch einen einzigartigen Einblick in das Theatergeschehen der Gegenwart und seine Poetik.

SAMSUNG CAMERA PICTURES_________________________________________________________________________

VORLESUNG – 02.02.2015

SAMSUNG CAMERA PICTURESAlbert Ostermaier während der 3. Vorlesung
im Rahmen der 4. Saarbrücker Poetikdozentur für Dramatik
am Montag, den 02.02.2015,
im Festsaal des Saarbrücker Rathauses (Foto © J. Birgfeld)
_________________________________________________________________________

 4. POETIKDOZENTUR FÜR DRAMATIK – 17.12.2014

A L B E R T   O S T E R M A I E R

Albert OstermaierFoto: Marcus Schlaf, 17.05.2013gespeichert unter albert1Albert Ostermaier (Foto © Marcus Schlaf)

Nach Rimini Protokoll, Roland Schimmelpfennig und Kathrin Röggla übernimmt der Münchener Dramatiker, Lyriker und Prosaautor Albert Ostermaier die vierte Saarbrücker Poetikdozentur für Dramatik der Universität des Saarlandes / Drei öffentliche Vorträge im Januar und Februar 2015 sowie eine Lesung

1967 in München geboren, ist Albert Ostermaier die seltene Ausnahme eines Schriftstellers, der gleichermaßen als Lyriker, Dramatiker und Prosaautor arbeitet und in allen drei literarischen Feldern höchste Anerkennung genießt. Ausgezeichnet u.a. mit dem Ernst-Toller-Preis (1997), dem Kleist-Preis (2003) und dem Bertolt-Brecht-Preis (2010), hat Albert Ostermaier als Dramatiker auf allen großen Bühnen des Landes von Hamburg über Bochum, Frankfurt, Mannheim und München bis Wien reüssiert. Die Auszeichnung mit der 4. Saarbrücker Poetikdozentur für Dramatik ehrt in Albert Ostermaier einen Bühnenautor, der zu den wichtigsten Stimmen eines dezidiert literarischen Theaters der Gegenwart gehört: Er ist, wie sein Kollege Helmut Krausser betont hat, „ein Dramatiker, der noch dem Wort vertraut, dem es für sein Theater nicht genügt, wenn es irgendwo knallt. Er ist in die Worte verbissen wie sonst kaum jemand aus seiner Generation“.
Auf die stets wachsende Vielfalt medialer Wahrnehmungs- und Deutungsangebote versuchen Ostermaiers Theatertexte eine ästhetisch angemessene Antwort zu finden. Anschließend u. a. an Bertolt Brecht arbeiten Ostermaiers Dramen mit einer Theaterästhetik der Verfremdung, „die den Fluss der Gesten und der alltäglichen Zusammenhänge unterbricht“ (Franziska Schößler). Metadramatisch und intertextuell konzipiert, arbeiten sie mit Referenzen auf Autorenfilme von Achternbusch, Herzog oder Wenders und auf Filme des Mainstreams, spielen mit Mythen der Gegenwart ebenso wie mit denen der Antike. Wie seine Prosa und Lyrik fokussieren auch die Dramentexte Ostermaiers das Radikale, extreme Erfahrungen, Leidenschaften – sie sind herausfordernde postmoderne Bildmuster aus pop- und hochkulturellen Anspielungen, verfasst in einem unverwechselbaren Sound.

Termine

Mo 12.01. 20:00 Eröffnungsvortrag (Saarländisches Staatstheater, Mittelfoyer)
Mo 26.01. 20:00 2. Vortrag (VHS Saarbrücken – Kellertheater im Schloss)
So 01.02. 20:00 Lesung von Albert Ostermaier (Saarländisches Künstlerhaus)
Mo 02.02. 20:00 3. Vortrag (Saarbrücken, Festsaal des Rathauses)

Zu den Vorträgen (60 Min., anschließend Diskussion) sind alle Interessierten herzlich eingeladen, der Eintritt ist frei.
Parallel findet an der Universität des Saarlandes ein Seminar zum Werk Albert Ostermaiers statt, das ein Gespräch mit dem Autor und den Studierenden einschließt.

_________________________________________________________________________

BUCHVORSTELLUNG – 30.11.2014

Roland Schimmelpfennig:
Ja und Nein.
Vorlesungen über Dramatik
(Berlin: Theater der Zeit 2014) 

Druckfassung der Vorträge der 2. Saarbrücker Poetikdozentur für Dramatik
Berlin, Buchhandlung Einar und Bert!

IMG_0284Roland Schimmelpfennig (l.)
im Gespräch mit Johannes Birgfeld (r.) (Foto © Paul Tischler)

IMG_0283Buchpräsentation von Roland Schimmelpfennig in der Verlagsbuchhandlung von Theater der Zeit Einar und Bert: Roland Schimmelpfennig (l.), Johannes Birgfeld (m.), Lena Schneider (r.) (Foto © Paul Tischler)

_________________________________________________________________________

BESPRECHUNG von Roland Schimmelpfennig: „Ja und Nein“ – 15.10.2014

Von Michael Wood auf theaterforschung.de
Zitat: „…[For Schimmelpfennig] [t]heatre therefore functions as a site for dialogue between stage and audience, but […] [t]he theatre text remains integral to this dialogue, as the text consists of words that are the raw material with which audience members create associative images…“

_________________________________________________________________________

BESPRECHUNG von Rimini Protokoll: „ABCD“ – 15.03.2014

Von Francesco Fiorentino auf alphabeta2
Zitat: „Quando nel 2011 l’Università di Saarbrücken ha istituito per la prima volta lezioni di poetica per il teatro, a inaugurarle ha chiamato Rimini Protokoll; e da quelle lezioni è uscito un libro,Rimini Protokoll ABCD (Theater der Zeit, Berlino 2012), utilissimo per comprendere il reality trend, che si è imposta nel teatro contemporaneo.“

_________________________________________________________________________

3. POETIKDOZENTUR FÜR DRAMATIK – 30.01.2014

K A T H R I N   R Ö G G L A

Nach Rimini Protokoll und Roland Schimmelpfennig übernimmt die österreichische Dramatikerin und Prosaautorin Kathrin Röggla die dritte Saarbrücker Poetikdozentur für Dramatik der Universität des Saarlandes / Drei öffentliche Vorträge im Juni 2014 im Saarländischen Staatstheater und im Saarbrücker Rathaus

1971 in Salzburg geboren, gehört Kathrin Röggla zu den profiliertesten Prosa- und Dramenautorinnen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Die Auszeichnung mit der 3. Saarbrücker Poetikdozentur für Dramatik ehrt eine Autorin, die Literatur als zentrales Mittel begreift, um gesellschaftliche Wirklichkeiten ebenso wie deren mediale Vermittlung zu analysieren und zu hinterfragen. Literatur definiert sie dezidiert als Medium der Gegenwartserkenntnis, als Mittel der Aufklärung und des Widerstandes gegen selbstverständlich scheinende Strukturen einer neoliberal geprägten gesellschaftlichen Realität.

Ob sie in „really ground zero“ (Prosa, 2001) und der Bühnenfassung „fake reports“ (UA 2002) den 11. September und die Grenzen der Zugänglichkeit einer „Wahrheit“ dieses Ereignisses analysiert, ob sie in „wir schlafen nicht“ (Prosa, 2004) die Arbeitswelt der Unternehmensberater vorführt, ob sie in „draußen tobt die dunkelziffer“ (Stück 2005) das gesellschaftliche Problem der Überschuldung für die Bühne aufbereitet oder in „die unvermeidlichen“ (Stück 2011) sowohl die grassierende internationale Klima-/Not-Konferenz-Kultur als auch die Schwierigkeiten internationaler Verständigung am Beispiel der Simultandolmetscher vorführt – immer neu zielen Rögglas Texte auf die Defizite gesellschaftlicher Gegenwart, die sie konsequent vorführen.

Ihre 2013 erschienene Sammlung von Essays und Dramen „besser wäre: keine“ belegt noch einmal eindrücklich, dass hier eine Autorin intellektuell auf der Höhe der Zeit und unter Nutzung aktueller Analysen und Diskurse operiert. Sie stellt sich der Komplexität der gesellschaftlichen Gegenwart und hat in den verschiedenen Medien, in denen sie arbeitet – Prosa, Essay, Film, Hörspiel oder Drama – einen unverwechselbaren Stil entwickelt: Ausgedehnte, gründliche Recherchen bilden die Basis für Sprachkompositionen, die ebenso ironische wie erhellende Analysen der Strukturen der Macht und des hochgradig heiklen Verhältnisses der Sprache zur Macht und ihren Institutionen erarbeiten. Kathrin Rögglas Texte zeigen Strukturen der Macht, der Ausbeutung und Selbstausbeutung als Signaturen einer neoliberal geprägten Gegenwart. Sie sind von äußerst genauen Beobachtungen wie von sprachlich evozierter, entblößender Intensität geprägt.

Drei öffentliche Vorträge wird Kathrin Röggla im Rahmen der Poetikdozentur für Dramatik im Juni 2014 halten, von denen ebenso rasante wie intellektuell scharfe Reflektionen über Politik und das Theater sowie über die Sprache in der Gesellschaft und auf dem Theater zu erwarten sind.

Röggla,Kathrin_Garten AusschnittKathrin Röggla (Foto © J. Bauer)

Die Vorträge werden im Saarländischen Staatstheater und im Festsaal des Saarbrücker Rathauses stattfinden. Der Eintritt ist frei. Parallel findet an der Universität des Saarlandes ein Seminar zum Werk Kathrin Rögglas statt, das ein Gespräch mit der Autorin und den Studierenden einschließt.

Mo 2.6. / Mo 15.6. / Mo 23.6. – jeweils um 20.00 Uhr

Mo 2.6.           Eröffnungsvortrag (Saarländisches Staatstheater, Alte Feuerwache)
Mo 16.6.          2. Vortrag (Saarländisches Staatstheater , Alte Feuerwache)
Mo 23.6.          3. Vortrag (Saarbrücken, Festsaal des Rathauses)

Zu den Vorträgen (60 Min., anschließend Diskussion) sind alle Interessierten herzlich eingeladen, der Eintritt ist frei.

Zusätzlich liest Kathrin Röggla am 15.6. um 20 Uhr in der sparte 4 aus ihrem Werk.

_________________________________________________________________________

BESPRECHUNG von Rimini Protokoll: „ABCD“ – März 2013

Von Mounia Meiborg auf nachtkritik.de

_________________________________________________________________________

OUT NOW – 07.02.2012

Rimini Protokoll
ABCD
von Helgard Haug, Stefan Kaegi, Daniel Wetzel
Herausgegeben mit einem Nachwort von Johannes Birgfeld
Berlin: Theater der Zeit 2012
(Recherchen Bd. 100)

[Druckfassung der Vorträge der 1. Saarbrücker Poetikdozentur für Dramatik]

Cover RiminiZum Buch:

Die Reihe Recherchen, in der bereits zahlreiche namhafte Künstler und Wissenschaftler auf Expedition in das Theater des 21. Jahrhunderts gegangen sind, feiert seinen hundertsten Band mit einem außergewöhnlichen Buch, in dem das Theater neu buchstabiert wird – das ABC von Rimini Protokoll.

Das Berliner Regiekollektiv, bestehend aus Helgard Haug, Stefan Kaegi und Daniel Wetzel, tritt hier erstmals als Experte seiner selbst auf und definiert zentrale Begriffe der eigenen Arbeit für und über das Theater: von A wie Applaus und Authentizität über Präsenz, Publikum, Repräsentation bis hin zu Z wie Zugabe, Zweifel und Zukunft.

Das ABC von Rimini Protokoll basiert auf Vorträgen im Rahmen der 1. Poetikdozentur für Dramatik an der Universität des Saarlandes in Saarbrücken. Helgard Haug, Stefan Kaegi und Daniel Wetzel haben hier im Winter 2011/12 Projekte aus ihrer mehr als zehnjährigen Zusammenarbeit vorgestellt und über ihr Theaterkonzept reflektiert. Aus den Vorträgen haben sie ein ABCDarium entwickelt, eine Form, die dem vernetzten und stets in Bewegung befindlichen Denken und Arbeiten des Kollektivs entspricht. Das ABC – komisch, spannend und erkenntnisreich – lädt den Leser auf charmante Weise dazu ein, sich auf verschlungenen Pfaden durch die Welt von Rimini Protokoll führen zu lassen.

_________________________________________________________________________

2. POETIKDOZENTUR FÜR DRAMATIK – 17.09.2012

R O L A N D   S C H I M M E L P F E N N I G

Roland Schimmelpfennig, der aktuell meistgespielte deutschsprachige Dramatiker der Gegenwart, wird mit der zweiten Poetik-Dozentur für Dramatik ausgezeichnet  / Drei öffentliche Vorträge im Januar 2013 im Saarländischen Staatstheater, im Rathaus und an der Volkshochschule Saarbrücken

Als erste Universität des deutschsprachigen Raumes hat die Universität des Saarlandes zum Wintersemester 2011/12 gemeinsam mit dem Saarländischen Staatstheater und der Landeshauptstadt Saarbrücken und der VHS Regionalverband Saarbrücken mit Unterstützung der VSE AG in Saarbrücken erstmals eine Poetik-Professur ausschließlich für Dramatik eingerichtet.

Roland Schimmelpfennig, 1967 in Göttingen geboren, übernimmt im Januar 2013 die zweite Saarbrücker Poetik-Dozentur für Dramatik. Schimmelpfennig gehört zu den wichtigsten Dramatikern der Gegenwart und ist der zurzeit national und international meistgespielte Bühnenautor deutscher Sprache. Vielfach ausgezeichnet, wurde zuletzt sein 2009 uraufgeführtes und zurzeit am Saarländischen Staatstheater neu inszeniertes Stück über Zwangsprostitution, Globalisierung und illegale Arbeit Der goldene Drache in der Kritikerumfrage von Theater heute zum Stück des Jahres 2010 gewählt. Im gleichen Jahr erhielt das Stück auch den Mülheimer Dramatikerpreis. Ebenfalls 2010 wurde Schimmelpfennig mit dem Else-Lasker-Schüler-Dramatikerpreis für sein dramatisches Gesamtwerk geehrt.

Ziel der Poetik-Dozentur für Dramatik ist es, herausragende Bühnenautoren und Theatermacher der Gegenwart aus Deutschland, der Schweiz und Österreich nach Saarbrücken einzuladen, um in öffentlichen Vorträgen ihre Poetik, ihren Begriff von Drama und Theater zu formulieren und darüber zu reflektieren. Die Poetik-Dozentur gibt Raum, auf das eigene Werk zurückzublicken und eine Vision der Zukunft des Theaters zu entwerfen: Welche Aufgabe hat das Theater grundsätzlich und speziell in der Gegenwart? Mit welchen Mitteln kann es diese Aufgabe erfüllen? Welche Leitideen haben die eigenen Werke geprägt? Welche Rolle kommt dem Publikum im Theater zu? Abstrakte Reflexionen und Werkstatteinblicke, programmatische Erwägungen und Einführungen in einzelne Stücke können die Vorträge gleichermaßen prägen, an deren Ende stets das Gespräch mit dem Publikum steht.

Nach dem großen Erfolg der Lecture-Performances des Regie-Kollektivs Rimini Protokoll im Rahmen der ersten Saarbrücker Poetik-Dozentur für Dramatik 2012 ist die Übernahme der zweiten Dozentur durch Roland Schimmelpfennig ein Glücksfall: Schimmelpfennig ist ein  vielfältiger, formal experimentierfreudiger Bühnenautor großer Produktivität, der sich in seinen rund 30 Stücken immer neue Themen erschlossen hat. Er steht in der langen Tradition eines textbasierten, literarischen Theaters. Seine Stücke sind sprachlich feinsinnig komponiert, überzeugen durch präzise Dialogführung ebenso wie atmosphärische Dichte und mischen zugleich absurde Elemente und Traumszenen mit realweltlichen Problemen. Der große Erfolg der Dramatik Schimmelpfennigs erklärt sich dabei ebenso aus der inhaltlichen Relevanz seiner Arbeiten wie aus der dramaturgischen Stimmigkeit in der Konzeption. Schimmelpfennigs Werdegang über das Regiestudium an der Falkenberg-Schule in München und Regiearbeiten an den Münchner Kammerspielen, aber auch seine Rückkehr zur Regie eigener Stücke in den letzten Jahren spiegeln zudem seine besonderen Fähigkeiten als Theatermacher.

Die Vorträge werden im Saarländischen Staatstheater, im Festsaal des Saarbrücker Rathauses sowie an der VHS Saarbrücken stattfinden. Der Eintritt ist frei. Parallel  findet an der Universität des Saarlandes ein Seminar zum Werk Schimmelpfennigs statt, das ein Gespräch mit dem Autor und den Studierenden einschließt. Seit dem 8. September 2012 ist am Saarländischen Staatstheater Michael Talkes neue Inszenierung von Schimmelpfennigs Der Goldene Drache zu sehen. Die letzten Aufführungen finden am 18.01. und 24.02.1213 während der Laufzeit der Poetikdozentur statt.

Termine: Di, 08.01. / Di 15.01. / Di 29.01. – jeweils um 20.00 Uhr  Zu den Vorträgen (60 Min., anschließend Diskussion) sind alle Interessierten herzlich eingeladen.

_________________________________________________________________________

1. POETIKDOZENTUR FÜR DRAMATIK – 20.10.2011

R I M I N I   P R O T O K O L L

Universität des Saarlandes richtet erste Poetik-Dozentur für Dramatik im deutschsprachigen Raum ein

Berliner Theater-Kollektiv Rimini Protokoll wird mit der ersten Poetik-Dozentur für Dramatik ausgezeichnet  / Vier öffentliche Vorträge im Januar und Februar 2012 im Saarländischen Staatstheater und im Rathaus

Als erste Universität des deutschsprachigen Raumes richtet die Universität des Saarlandes zum Wintersemester 2011/12 gemeinsam mit dem Saarländischen Staatstheater und der Landeshauptstadt Saarbrücken, der VHS Regionalverband Saarbrücken und der VSE AG in Saarbrücken eine Poetik-Dozentur ausschließlich für Dramatik ein.

Erster Preisträger ist das von Berlin aus international agierende, in Deutschland und Europa vielfach ausgezeichnete Autoren- und Regiekollektiv Rimini Protokoll. Helgard Haug (*1969), Stefan Kaegi (*1972) und Daniel Wetzel (*1969) initiieren, schreiben und organisieren seit 2002 unter dem Label Rimini Protokoll in wechselnden Konstellationen vielbeachtete und einflussreiche Theaterprojekte in Deutschland und weltweit.

Ziel einer Poetik-Dozentur ist es, herausragende Schriftsteller der Gegenwart einzuladen, öffentlich über ihr Schreiben zu reflektieren, ihre Vorstellungen von der Literatur und ihrer zukünftigen Entwicklung zu erläutern, Einblicke in ihre Schreibwerkstatt zu geben. Damit ist die Poetik-Dozentur ein zentrales Mittel der Vermittlung zwischen Lesern und Literatur. Eine Poetik-Dozentur jedoch, die allein Dramatikern und Dramatikerinnen vorbehalten ist, gab es bisher nicht. Saarbrücken schließt nun erstmals diese Lücke – und verschreibt sich mit der Vergabe an Rimini Protokoll zugleich einem zeitgemäß weiten Begriff des Dramatischen: Die Poetik-Dozentur lädt ausdrücklich zum Gespräch über die reiche Vielfalt der Formen des zeitgenössischen Theaters im deutschsprachigen Raum in Deutschland, Österreich und der Schweiz ein.

Es ist ein Glücksfall für Stadt und Region, dass Rimini Protokoll die erste Poetik-Dozentur für Dramatik in Saarbrücken übernimmt: Alle Freunde des Theaters, der Kunst und der Literatur können daran teilhaben, wie drei der einflussreichsten Theatermacher der Gegenwart in vier öffentlichen Abendvorträgen ihr Konzept bzw. ihre Poetik von Drama und Theater theoretisch reflektieren und anschaulich erläutern. Im Anschluss an die Vorträge ist das Publikum zum offenen Gespräch mit den drei Machern von Rimini Protokoll eingeladen.

Die Übernahme der Poetik-Dozentur für Dramatik in Saarbrücken lädt dazu ein, Helgard Haugs, Stefan Kaegis und Daniel Wetzels Antwort auf die zentralen Fragen des zeitgenössischen Theaters genauer zu studieren – und sie im Gespräch mit den drei Theatermachern zu diskutieren.

Parallel zu den vier öffentlichen Vorträgen findet an der Universität des Saarlandes in der Germanistik ein Seminar zum Werk von Rimini Protokoll statt. Es dient der wissenschaftlichen Analyse der Arbeiten von Rimini Protokoll. Um auch die langfristige Wirkung der Saarbrücker Vorträge sicher zu stellen, werden die Vorträge schließlich im Berliner Theaterverlag Theater der Zeit in einer eigenen Publikationsreihe im Druck erscheinen.

Die Vorträge werden im Saarländischen Staatstheater und im Rathausfestsaal stattfinden. Der Eintritt ist frei.

Termine: Mo, 23.1. 2012/ Mo, 30.1./ Mo, 6.2. / Mo, 27.2. – jeweils um 20.00 Uhr

Zu den Vorträgen (45 Min., anschließend Diskussion) sind alle Interessierten herzlich eingeladen. Ab 19.30 werden jeweils Filmausschnitte aus Arbeiten von Rimini Protokoll vor Ort gezeigt und ermöglichen allen Interessierten, die Stücke des Teams aus eigener Anschauung zu erleben.

Vgl. auch: http://idw-online.de/de/news446857